Der Geburtsverlauf – Die 4 Phasen der Geburt

Der Geburtsverlauf
Der Geburtsverlauf

Im Verlauf der Schwangerschaft oder spätestens wenn die Geburt vor der Tür steht, wirst Du wissen wollen, wie eine Geburt eigentlich abläuft. In diesem Artikel gehe ich auf den heutigen und auf Geburten in früheren Zeiten ein, um den Paleo-Aspekt zu berücksichtigen und die Unterschiede aufzuzeigen.

Was in einen Klinikkoffer à la Paleo reingehört, habe ich Dir bereits in einem anderen Artikel beschrieben. Die 5 Wege zu einer besseren Geburt und einem gesünderen Baby habe ich Dir bereits erläutert.

 

Der Geburtsverlauf

Im weiteren möchte ich Dir den Geburtsverlauf erläutern. Eine natürliche, spontane Geburt durchläuft 4 verschiedene Phasen. Die Länge der einzelnen Geburtsphasen ist bei jeder Schwangeren und auch bei jeder Geburt sehr unterschiedlich.

Die Eröffnungsphase

.…es geht los…Die Eröffnungsphase ist die erste Phase der Geburt.

Diese beginnt mit regelmäßigen Wehen, die in einem Abstand von weniger als sieben Minuten kommen. Wenn Du im Krankenhaus oder im Geburtshaus ankommst, wirst Du erst einmal von einer Hebamme untersucht. Sie ertastet die Lage des Kindes und prüft, wie weit der Muttermund schon geöffnet ist. Die Herztöne des Kindes und die Wehentätigkeit wird mit einem CTG aufgezeichnet.

Die Wehen bewirken, dass der Gebärmutterhals nach oben gezogen wird. Der Kopf Deines Babys rutscht dadurch immer weiter in den Beckenring hinein und drückt von innen auf den Muttermund, der sich dann nach und nach öffnet.

In der Eröffnungsphase brauchst Du meistens viel Geduld und Ausdauer, da diese bei Erstgebärenden zwischen acht und vierzehn Stunden dauern kann, in manchen Fällen sogar deutlich länger. Ab dem zweiten Kind kann sich die Eröffnungsphase auf zwei bis acht Stunden verkürzen.

Jeder Geburtsverlauf ist anders, aber die Eröffnungsphase dauert in der Regel am längsten. Sofern die Fruchtblase bis jetzt noch nicht geplatzt ist, geschieht dies meistens in der Eröffnungsphase. Wenn der Muttermund fast vollständig geöffnet ist, geht es in die Übergangsphase.

Die Übergangsphase

… jetzt wird es anstrengend…So heißt die Zeit, in der sich die letzten Zentimeter vom Muttermund öffnen.

Die Wehen sind jetzt besonders stark und schmerzhaft und treten meist kurz hintereinander und unregelmäßig auf. Der Kopf Deines Babys dreht sich um in die richtige Position für die Geburt zu kommen. Verläuft die Geburt normal, kommt das Baby mit dem Hinterkopf voran und dem Gesicht nach unten heraus. Wenn das Baby seine Geburtsposition eingenommen hat und der Muttermund vollständig geöffnet ist, dann kann die Austreibungsphase beginnen.

Die Austreibungsphase – Die Geburt

…das Baby kommt…

Der längste Teil des Geburtsverlaufs ist geschafft und die letzte Phase der Geburt beginnt. Die nun anstehende Austreibungsphase kann unter Umständen sehr schnell gehen, aber auch bis zu zwei Stunden dauern.

Ob Du während der Austreibung auf einem Hocker sitzt, in der Wanne oder auf dem Boden hockst oder im Bett liegst, entscheidest in diesem Moment Du selbst.

Liegt das Baby richtig und der Muttermund ist etwa zehn Zentimeter weit geöffnet, so solltest Du jetzt in der Austreibungsphase kräftig pressen und Dein Baby kraftvoll nach draußen schieben. Wenn die Fruchtblase bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplatzt ist, dann geschieht das meistens in diesem Moment.

Der Kopf des Babys ist im Geburtskanal und mit jeder Presswehe kommt Dein Baby ein Stück weiter heraus. Der Kopf des Kindes schiebt sich mit jeder Wehe weiter durch Dein Becken. Das Bedürfnis zum Pressen setzt ein.

Zuerst kommt das Hinterhaupt des Köpfchens zum Vorschein, dann die Stirn und dann das ganze Gesicht. Mit der nächsten Wehe die Schultern und schließlich der Körper des Kindes. Geschafft, das Baby ist auf der Welt. Mit der Ankunft des Babys hast Du die anstrengendste und schmerzhafteste Phase der Geburt endlich hinter Dich gebracht.

Nun folgt noch die letzte Phase – die Nachgeburt.

9 Monate voller Vorfreude und Neugier hast Du jetzt hinter Dir, eine neue Phase in Deinem Leben beginnt. Mit freundlicher Unterstützung von Baby-Walz sind diese und weitere Phasen auf seinen hervorragenden Baby-Walz Ratgeber-Seiten Baby und Gesundheit für Dich beschrieben.

Zusätzlich sind auch Babys 1. Lebensjahr, das 2. Lebensjahr als auch Themen wie Stillen, Allergiekunde und Wellness Tage für die Mama beschrieben.

Die Nachgeburt

…die Plazenta muss noch heraus kommen… Das Wunder ist vollbracht und das Baby ist da!

Das Neugeborene wird Dir auf den Bauch gelegt und in ein Handtuch gehüllt. Dies ist für die Mutter ein unglaublich emotionaler Moment und das tollste Gefühl, das man sich nur vorstellen kann. So sind bei den allermeisten Müttern mit einem Mal alle Anstrengungen und Schmerzen während dem Geburtsverlauf vergessen. Meistens bietet der Arzt oder die Hebamme der Mama oder dem Papa an, die Nabelschnur zu durchtrennen.

Während diesem Kennenlernen kommt es bei Dir noch zu einigen Nachwehen, mit denen die Nachgeburt (das ist die von der Gebärmutter gelöste Plazenta, die während der Schwangerschaft das Baby mit Nährstoffen versorgt hat) herauskommen muss. Die Hebamme kann durch Abtasten des Bauches feststellen, ob sich die Plazenta schon komplett abgelöst hat. Die meisten Mamas empfinden die Nachwehen und die Nachgeburt als wenig schmerzhaft.

Nach der Geburt

die ersten Minuten mit Deinem Baby

Dein Baby wird wahrscheinlich innerhalb der ersten halben Stunde nach der Geburt nach Deiner Brust suchen. Die meisten Babys versuchen, sich mit ihren Beinen in Richtung Brust zu schieben. Sie werden dann angelegt – dieser Saugreiz sowie das “krabbeln” auf dem Bauch sorgen dafür, dass sich die Plazenta löst und abgeht. Zusammen mit dem Mutterkuchen kommt meistens noch ein großer Schwall Blut heraus.

Sobald die Plazenta draußen ist, wird diese sofort von der Hebamme auf Vollständigkeit untersucht. Sollte diese nicht vollständig sein, wird in der Regel eine Ausschabung vorgenommen, da es zu Komplikationen kommen kann, wenn noch Teile der Plazenta in der Gebärmutter zurückbleiben.

Jetzt werden auch Dammverletzungen, die ggf. während der Geburt entstanden sind, unter örtlicher Betäubung genäht. Dies ist in der Regel schmerzlos. Du und das Baby müsst nach der Geburt sicherheitshalber noch ein paar Stunden im Kreißsaal verbringen. Danach wirst Du mit dem Baby auf die Station verlegt oder ihr könnt nach Hause gehen (bei einer ambulanten Geburt).

Die Geburt in früherer Zeit

Eine Geburt war auch vor Urzeiten nicht leicht für die Frau, sondern auch eher eine schmerzhafte Angelegenheit. Forscher haben das Becken einer Neandertalerfrau mit dem Becken heutiger Frauen verglichen und haben festgestellt, dass der Geburtsmechanismus der Neandertaler dem des modernen Menschen ähnelte, auch wenn er etwas primitiver war. Die frühen Menschen hatten einen größeren Kopf als der Homo sapiens heute und das bei einem kleineren Becken.

Das Gehirn wurde größer, die Gehirnentwicklung hatte eingesetzt und damit auch die Größe der Schädel. Das war nicht nur von Vorteil, denn das Geburtsrisiko stieg dadurch an. Der Geburtskanal hat sich durch die veränderte Beckenstellung beim aufrechten Gang sowieso schon verengt.

Im Vergleich zu anderen Primartenarten ist die menschliche Geburt ein komplizierterer Vorgang, denn der Kopf des Babys ist in etwa genauso groß wie der Beckenausgang der Mutter. Das Baby hat es dementsprechend schwer, da durch zu passen. Beim Homo Sapiens schraubt sich das Kind durch eine Abfolge von Rotationen förmlich durch das Becken

In einer Computerrekonstruktion wurde festgestellt, dass der Geburtskanal der Neandertalerin etwas breiter als der einer Homo-sapiens-Frau ist. Allerdings war der Kopf eines Neandertaler-Babys auch etwas robuster als der eines menschlichen Neugeborenen.

Der heutige Geburtsvorgang entwickelte sich erst sehr spät, etwa vor 300.000 bis 400.000 Jahren. Geburten fanden in der Natur statt und die Sterberate war höher.

Und wie war das im letzten Jahrhundert so?

Früher wurde kochendes Wasser aus hygienischen Gründen für die Geburt benötigt, da es meistens kein fließendes warmes Wasser gab. Das abgekochte Wasser benutzte man zum Händewaschen, Abkochen und Sterilisieren der Instrumente, für den Einlauf, zum Baden des Babys und zum Waschen der Mutter nach der Geburt.

Die gründliche Reinigung der Hände gehörte stets zu den Vorbereitungen einer Geburt. Die Hebamme hatte eine Handbürste, Seife, einen Nagelreiniger und Karbolsäure (ein Desinfektionsmittel) in ihrem Koffer. 

In einer Schüssel mit sauberem Wasser wusch sich die Hebamme die Hände und Unterarme, sie bürstete ihre Fingernägel und wiederholte dieses Vorgehen mit frischem Wasser. Zum Schluss rieb sie ihre Hände mit Karbolsäure ein. Erst danach untersuchte die Hebamme die werdende Mutter. Diese Prozedur wiederholte sie vor jeder weiteren Untersuchung.

Anfang des 19. Jahrhunderts starben überdurchschnittlich viele Frauen am Kindbettfieber. Der Grund dafür: Die Ärzte, die die schwangeren Frauen untersuchten, hatten sich die Hände nicht gereinigt und desinfiziert und hatten vorher Kranke oder Tote untersucht. Viele Frauen infizierten sich so mit gefährlichen Keimen. Nachdem die Desinfektion der Hände eingeführt wurde, sank die Todesrate auf den Geburtsstationen. 

Früher gab es keine Sterilisationsöfen, wie es sie heutzutage in jeder Arztpraxis und jedem Krankenhaus gibt. Die Instrumente der Hebamme – Nabelschere, Nabelbänder, Verbandsläppchen, Einlaufspritze – wurden vor jeder Anwendung abgekocht. 

Der Einlauf gehörte früher zur Routine bei jeder Geburt. Heute entscheidet jede Frau selbst, ob sie einen Einlauf vor der Geburt wünscht oder nicht.

Früher wurde das Kind meist unmittelbar nach der Geburt gebadet. Heutzutage ist dies nicht mehr der Fall, da die Käseschmiere eine hautschützende Wirkung hat und um ein Auskühlen des Babys zu verhindern.

Früher wurde auch die Mutter gleich nach der Entbindung gewaschen. 

Die Geburt war früher Frauensache und der Vater war meist bei der Geburt nicht mit dabei. Heutzutage kann sich die werdende Mutter aussuchen, wen sie bei der Geburt dabei haben möchte. Auch möchten viele Väter heutzutage das Erlebnis der Geburt miterleben.

Fazit

Die Geburt ist eine schöne und anstrengende Sache zugleich. Der Geburtsverlauf besteht aus mehreren Phasen, auf die Du Dich heutzutage sehr gut vorbereiten kannst und medizinisch unterstützt wirst. Die Methoden haben sich seit der Steinzeit weiterentwickelt, die Sterberate ist niedriger geworden doch die Geburt an sich ist für die Frau bis heute ein wundervolles Erlebnis geblieben. 🙂

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Hinweis: Dieser Artikel wurde von mir verfasst, von einem Auftraggeber gesponsert und die gesponserte Anzeige als fett + kursiv markiert. Ansonsten hatte der Auftraggeber keine Einflussmöglichkeit auf diesen Artikel.

Quelle:
Schwangerschaft und Geburt: Das Wichtigste rund um Gesundheit, Entwicklung und Vorsorge (GU Alles, was man wissen muss)
http://www.vorname.com/ratgeber/baby/der-geburtsverlauf-ablauf-einer-geburt-5561/
http://www.eltern.de/schwangerschaft/geburt/geburtsphasen.html
http://www.stern.de/panorama/wissen/mensch/steinzeit-geburt-war-schon-beim-neandertaler-schwierig-3564326.html
http://www.n-tv.de/wissen/Mensch-lebt-nicht-mehr-artgerecht-article2956596.html
http://www.h-age.net/aktuelles/118-neandertaler-geburt-eine-schmerzhafte-angelegenheit.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Lebenserwartung
http://www.familienplanung.de
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Lizenz: CC0 Public Domain
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Zusammenfassung
Der Geburtsverlauf – Die 4 Phasen der Geburt
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Der Geburtsverlauf – Die 4 Phasen der Geburt
Beschreibung
Im Verlauf der Schwangerschaft oder spätestens wenn die Geburt vor der Tür steht, wirst Du wissen wollen, wie eine Geburt eigentlich abläuft. Die Geburt läuft in 4 Phasen ab: die Eröffnungsphase, die Übergangsphase, die Austreibungsphase und die Nachgeburtsphase.
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Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Mein Mann und ich im Bayernmagazin auf Bayern1: Radiointerview zum Thema Steinzeiternährung

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