Was Du über Paleo und Muttermilch wissen solltest

Was Du über Paleo und Muttermilch wissen solltest – #1

Muttermilch
Muttermilch

In dieser Artikelserie möchte ich Dir den aktuellen Kenntnisstand zum Thema Paleo und Muttermilch geben. Der “Steinzeitdoktor” Philip Goscienski hat letzte Woche in einem Vortrag seine Erkenntnisse zum oben genannten Thema vorgestellt. Der Vortrag ist auf englisch, ich habe diesen für Dich aufbereitet und werde die Informationen nach und nach an Dich weitergeben. In einem früheren Artikel habe ich Dir bereits einige wichtige Vorzüge der Muttermilch und dem Stillen Deines Babys genannt.

Als ich den Vortrag angesehen habe gebe ich zu, dass ich bei einigen Punkten aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen bin. So, jetzt will ich dich aber nicht länger auf die Folter spannen und beginne mit dem ersten Teil.

Die einzigartigen Merkmale der Muttermilch

Individualität dem Baby gegenüber

Die Muttermilch ist artspezifisch. Das heißt, dass die Muttermilch eines Menschen auch nur für den Menschen bestimmt ist. Kuhmilch ist demnach nur für ein Kalb geeignet und nicht für den Menschen.

Kennst Du andere Lebewesen (außer uns Menschen), die Milch von einer anderen Art trinken?
Sicher nicht, denn mir fällt da so spontan kein einziges Lebewesen ein. Oder hast du schon einmal ein Fohlen am Euter einer Kuh trinken gesehen?

Die Muttermilch, die erzeugt wird, ist nur für das eigene Baby bestimmt und für kein anderes Individuum. Die Muttermilch ist perfekt, individuell und einzigartig auf dieses eine Baby abgestimmt.

Sie kann sich je nach Geschlecht des Säuglings ändern. Die Brust “weiß” nämlich, ob sie ein männliches Baby oder ein weibliches Baby versorgen und ernähren muss.

Wie ich in dem anderen Artikel schon geschrieben habe (ich konnte es nicht abwarten, Dir einige Erkenntnisse schon mitzuteilen), produziert der Körper der Frau in der Muttermilch mehr Kalzium, wenn es ein weibliches Baby ist. Bei einem männlichen Baby ist der Fettanteil in der Muttermilch höher als bei einem weiblichen Baby und dementsprechend der Kalziumanteil niedriger.

Die Produktion der Muttermilch erhöht sich bei Mehrlingsgeburten, so dass auch Zwillinge oder Drillinge einige Monate voll gestillt werden können.

Individualität in der Zusammensetzung bei Frühgeburten

Auch hat Philip Goscienski herausgefunden, dass sich die Zusammensetzung der Muttermilch bei einer Frühgeburt verändert. In den letzten 2 Monaten der Schwangerschaft werden vermehrt Omega-3-Fette durch die Plazenta zum Fötus befördert. Bei einer Frühgeburt, würde es diese Omega-3-Fette nicht mehr mitbekommen.

Da durch die Frühgeburt der Transport über die Plazenta somit nicht mehr stattfinden kann, wird einfach ein anderer Weg benutzt. Die Macht der Evolution! Das Frühgeborene bekommt nun über die Muttermilch die Omega-3 Fette, die nun automatisch mit mehr Omega-3 Fetten angereichert ist. Der Körper der Frau “weiß”, dass das Baby diese wichtigen Stoffe noch nicht bekommen hat und leitet diese einfach in die Muttermilch um, indem der Omega-3-Fettgehalt der Muttermilch erhöht wird.
Wenn das Baby voll ausgetragen worden ist, ist der Omega-3-Fettgehalt in der Muttermilch standardmäßig niedriger.

Spezifische Hormone und andere Stoffe und deren Aufgaben

In der Muttermilch gibt es bestimmte Hormone und andere Stoffe, wie:

  • Endorphine
  • Antioxidantien
  • Lysozym
  • Zytokine
  • uvm.

Der Endorphinspiegel in der Muttermilch nach einer vaginalen Geburt ist höher als nach einem Kaiserschnitt.
Dieser kann den Stress der Geburt lindern und kann die Säuglings-Mutter Bindung erleichtern.

Das Kind hat einen beschränkten Infektionsschutz nach der Geburt. Deshalb enthält Muttermilch u.a. folgende Substanzen:

  • Lysozyme, welche gewisse Bakterien auflösen
  • Oligosaccharide, welche  gute Bakterien an der Darmwand und im Rachen des Babys lagern
  • Sekretorischen IgA, eine Klasse von Antikörpern

Immunabwehr

Immunstimulierende Proteine wie Interferon sind auch enthalten. Interferon ist eine Klasse von Proteinen, die eine Reaktion auf Infektionen oder Krebszellen in Zellen erzeugt. Gestillte Säuglinge produzieren größere Mengen von Interferon bei einer Influenza-Infektion der Mutter. Es gibt aktuell einige Studien dazu, die wahre Bedeutung davon ist jedoch noch nicht bekannt.

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich finde es phenomenal, wie die Muttermilch sich den Bedürfnissen des eigenen Babys anpassen kann.

Die vorgestellten Erkenntnisse sind jedoch nur die Spitze des Eisberges und in den nächsten Jahren werden bestimmt noch viele weitere Erkenntnisse dazu kommen. Ich werde Dich auf dem Laufenden halten und Dir in den nächsten Teilen der Serie weitere Erkenntnisse aus dem Vortrag vorstellen.

Hier geht es zum 2. Teil der Serie.
Hier geht es zum 3. Teil der Serie.
Hier geht es zum 4. Teil der Serie.

Interessante Literatur von Philip Goscienski:

Health Secrets of the Stone Age: What We Can Learn from Deep in Prehistory to Become Leaner, Livelier and Longer-Lived
Philip J. Goscienski

Health Secrets of the Stone Age
Philip J. Goscienski

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Quellen:
The First Paleo Food: It’s Breastmilk and It’s Alive! — Philip Goscienski, M.D., F.A.A.P.
Images: Pixabay, bearbeitet,
Lizenz: CC0 Public Domain
Freie kommerzielle Nutzung / Kein Bildnachweis nötig

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